Backstage

Risiko zuerst

In jedem Projekt gibt es Aufgaben, die man schnell abhakt, und solche, bei denen niemand weiss, ob sie funktionieren. Wir fangen mit den zweiten an.

Gelbes MSC-Container-Modell auf einem Holztisch, dahinter vier Personen in einer Besprechung

Das Einfache zieht

Zu Beginn eines Projekts liegt eine lange Liste von To-dos auf dem Tisch. Ein Teil davon ist klar: Druckofferte einholen, Termine eintragen, das Layout anpassen. Ein anderer Teil ist offen. Hält die Konstruktion, wenn zehn Leute daran ziehen? Erkennt der Sensor die Hand auch bei Gegenlicht? Kommt der Screen rechtzeitig?

Die klaren Aufgaben sind schnell erledigt und fühlen sich nach Fortschritt an. Die offenen rutschen nach hinten. Genau dort entsteht der Stress kurz vor dem Event. Zeigt sich zwei Wochen vorher, dass etwas nicht geht, bleibt keine Zeit mehr für Plan B.

Denken wie in der Produktentwicklung

Beda Binder hat vor made Produkte in der Medizin und Optik entwickelt. Dort lernt man früh: Zuerst kommt das, was das ganze Projekt kippen kann. Ein Gerät, dessen Kernfunktion nicht geht, wird auch mit dem schönsten Gehäuse nichts.

Bei einer Aktivierung ist es nicht anders. Ein Game, das am Event abstürzt, rettet keine Grafik. Darum gilt bei uns: Das Unsichere kommt vor dem Einfachen.

So sieht das im Projekt aus

Jeder Kickoff beginnt mit derselben Frage: Was könnte dieses Projekt kippen? Als Faustregel ist jede der grössten Unsicherheiten im ersten Drittel der Projektzeit geklärt. Erst danach planen wir den Rest.

Typische Unsicherheiten und wie wir sie früh klären:

  • Neue Technik, Software oder Sensorik: ein Prototyp, der auf der echten Hardware läuft
  • Bau, Material und Masse: ein Muster oder Mock-up im Massstab 1:1 aus günstigen Spanplatten
  • Der Ort, also Strom, Internet und Zufahrt: eine Begehung oder eine schriftliche Bestätigung des Veranstalters
  • Unklare Erwartungen: früh eine Skizze oder ein Muster zeigen statt erst die fertige Lösung

Getestet, nicht besprochen

Ein Risiko ist bei uns erst erledigt, wenn es getestet ist. Darüber gesprochen zu haben reicht nicht. Bei digitalen Installationen testen wir deshalb nicht nur den Normalbetrieb, sondern auch den Ausfall: Was passiert, wenn das Internet weg ist, der Strom kurz ausfällt oder der Rechner neu startet?

Im Wochencheck fragen wir als Erstes, ob das grösste Risiko kleiner geworden ist. Wenn nicht, hat es in der nächsten Woche Vorrang vor allem anderen.

Was du davon hast

Du bekommst von uns am Anfang viele Fragen und siehst früh ein Muster oder einen Prototyp. Das ist Absicht. Wenn etwas nicht so geht wie geplant, erfährst du es, solange es noch Alternativen gibt, und nicht kurz vor dem Aufbau.

Mehr darüber, wie wir Games und digitale Installationen bauen, findest du unter Gamification.

Beda Binder

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Beda Binder, Mitinhaber, Innovation, KI, Gamification und Technologie